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To infinity and beyond*

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Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit – und Jakob Degen dürfte der erste gewesen sein, dem das Kunststück im Jahre 1808 endlich gelang. Deutlich weniger Jahre auf dem Buckel hat hingegen jener Traum, in dem es darum ging, noch ein ganzes Stück weiter hinaus bzw. nach oben zu gelangen, nämlich ins Weltall! 1961 war Juri Gagarin dann der erste Mensch in diesem unwirtlichen Umfeld.
Doch so unwirtlich es dort auch sein mag: für unzählige Science-Fiction-Bücher und -Filme ist der Kosmos Sehnsuchtsort und unverzichtbare Projektionsfläche. Im Grunde zählt er zum Kanon des allgemeinen popkulturellen Wissens – wer kennt sie denn nicht, die legendäre filmische Eingangssequenz, unterlegt mit dem Satz: „Der Weltraum, unendliche Weiten“!
Aber auch aus wissenschaftlicher Perspektive bietet das All eine mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wirklich unendliche Spielwiese für Spekulation und Forschung, die immer wieder geradezu unglaubliche Fakten hervorbringt.
Und wer es eher esoterisch mag, den begleitet dann sehr gern die Astrologie hinaus zu den Sternen.

Eine absolut faszinierende Sphäre also – kein Wunder demnach, dass auch schon kleine Kinder neugierig nach oben schauen und sich (und ihre Eltern) fragen, wie und was und wer und wohin und warum das alles so ist, wie es ist.
Ihnen sei nun wärmstens „Space Kids“ von Steve Parker (Text) und Andrea De Santis (Illustration) empfohlen, erschienen bei Kleine Gestalten und ab 6 Jahren gedacht:

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Eine Einführung in den Weltraum“, so lautet der ambitionierte Untertitel – doch genau das gelingt diesem tollen Buch! Auf 42 großformatigen Seiten (24x28cm) erläutert es in 16 Kapiteln alles, was in jungen Jahren an Basiswissen zur Verfügung stehen sollte, wenn man sich so weit nach oben strecken möchte.

Über die Themen Entstehung des Weltalls, Sterne, Sternenbilder, Galaxien, die Sonne und das Sonnensystem geht es weiter zu Asteroiden und Kometen (und deren zuweilen fatale Wirkung …);

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es werden Aufbau und Funktion einer Rakete

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sowie das Leben an Bord einer Raumstation erklärt;

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selbst das Problem des Weltraumschrotts wird erwähnt;

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und natürlich fehlt auch nicht der Blick von oben auf unsere Erde:

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Ein sehr netter Dreh dabei ist, dass die Texte (Übersetzung aus dem Englischen: Andreas Bredenfeld) ihr jeweiliges Sujet meist aus einer personalisierten Ich-Perspektive des Themas vorstellen. So wirkt alles gleich viel weniger abstrakt und fern, sondern vielmehr konkret und greifbar. Auch wird man weder durch Text noch Bild von einer Informationsflut hinweggeschwemmt; stattdessen werden einzelne, prägnante Fakten herausgegriffen. So entsteht, durch aussagekräftige Koordinatenpunkte, ein erstes, sehr plastisches Gesamtbild des weiten, weiten Feldes. Prima gemacht!

Nun steckt nicht in jedem ein Sigmund Jähn oder ein Ulf Merbold, nicht in jeder eine Walentina Wladimirowna Tereschkowa oder eine Anousheh Ansari; nicht jeder und nicht jede möchte gleich bis zur Unendlichkeit und noch weiter reisen – doch auch allen, die einfach nur von unten nach oben staunen und ein bisschen mehr darüber wissen möchten, sei dieser Griff nach den Sternen empfohlen.
Und wie üblich bekommt ihr das Buch ganz irdisch bei eurem Buchladen ums Eck oder direkt bei Kleine Gestalten.

*Buzz Lightyear, Toy Story

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