little blog things

Liebe geht durch den Hund

0

Man könnte es als visuelle Assimilation, morphologische Konvergenz oder optische Synchronisation im Laufe eines gemeinsamen Lebens interpretieren – oder man geht davon aus, dass schon von vornherein gilt: Gleich und Gleich gesellt sich gern. In jedem Fall aber staunt man immer wieder, wenn man feststellt, wie oft tatsächlich eine enorme Ähnlichkeit zwischen Hund und dazugehörendem Menschen (oder andersherum) besteht.

In „Schnurzpiepegal“, bei Knesebeck erschienen und ab 4 Jahren empfohlen, berichtet uns Barbara Steinitz (Text und Illustration) nun aus einem Städtchen, in dem diese Häufigkeit fast schon prinzipiell geworden ist!

055-8_cover_schnurzpiepegal_3d

Ob es sich um Arielas Pudel handelt oder um Oskars Windhund, ob es um Herrn Luzi und seinen Bullterrier geht oder um Anton nebst Dackel – man bewundert die nahezu völlige Kongruenz dieser perfekten Paarungen. Jedoch, jedoch … was ist denn bloß mit der Opernliebhaberin Leonora und ihrem Hund Fidelio los?

1

Und dann gibt es da noch so ein disparates Team – den Pralinenspezialisten Joschka und seine Hündin Pistazia!

2

Das sorgt natürlich für öffentliche Aufmerksamkeit – und leider auch Missbilligung. Derlei Kombinationen? Das geht ja mal gar nicht, dessen ist sich die allgemeine Meinung so was von sicher! Was Leonora und Joschka zwar eigentlich nicht weiter schert. Eigentlich …
Denn uneigentlich bekümmert es sie nun eben doch.

Dann, eines Tages, kommt es zu einem zufälligen Treffen von Leonora und Fidelio mit Joschka und Pistazia …

3

Tja. Und so gehen sie auseinander als neu aufgestellte, jetzt wunderbar harmonische Paarungen. Zumindest äußerlich. Und beide lieben ihre neuen Hunde, und beiden Hunden geht es im jeweils neuen Heim ja eigentlich auch sehr gut. Eigentlich …
Denn uneigentlich sollte der Mensch nicht trennen, was sich, zumindest innerlich, doch schon so harmonisch zusammengefügt hatte.

Aber wie heißt es so schön? Man sieht sich immer zweimal im Leben! So wird ein weiterer Zufall unsere Vier noch einmal einander begegnen lassen – und diesmal wird die Chance genutzt, alles, aber auch wirklich alles, richtig zu machen. Und dass danach die Leute noch über eine dritte vermeintlich unpassende Paarung irritiert sein werden, das ist den Vieren: siehe Buchtitel! Damit ist diese sehr süß erzählte und allerliebst illustrierte Geschichte obendrein die so lustig und unterhaltsam verpackte wie freundlich-bestimmte Aufforderung, sich doch bitte nicht immer auf Äußerlichkeiten zu beziehen, sondern lieber mal mit dem Herzen zu sehen!

Apropos allerliebst illustriert: Wem der klare, farbenfrohe Stil von Barbara Steinitz gefällt, der darf sich sehr gerne auch mal anschauen, was sie und die Autorin Stefanie Klinge-Engelhardt in Wort und Bild über die Geschichte einer ausgesprochen unwahrscheinlichen und dennoch zustande kommenden Freundschaft mit dem Titel „Herr Kules und der Löwe“, ebenfalls bei Knesebeck erschienen und ab 4 Jahren empfohlen, zu erzählen wissen:

014-5_cover_herr-kules-und-der-loewe_3d

Vorderhand geht es dabei um einen Notfalleinsatz im Zoo, für den es eines Menschen mit herkulischen Fähigkeiten, eines Löwenbändigers nämlich bedarf – nun, nomen est omen: da muss Herr Kules dann wohl ran!
Hier könnt ihr euch auf der Verlagshomepage einige Illustrationen aus diesem Buch anschauen und es bei Bedarf auch gleich bestellen; und hier findet ihr das wunderbare „Schnurzpiepegal“.
Aber freilich dürftet ihr in beiden sehr lohnenden Fällen auch beim Buchladen eures Vertrauens fündig werden.

So, what do you think ?