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Das er nicht rief, das Monster, wird er nun nicht los!

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Wer kennt ihn nicht, jenen Barden aus dem unbeugsamen gallischen Dorf um 50 v. Chr., der, so heißt es über ihn, ein fröhlicher und hochbeliebter Geselle war – solang er nicht sang …
Nun ist es an der Zeit, einen seiner Kombattanten im Geiste kennenzulernen. Zwar ist bei diesem der Faktor grundsätzlicher Hochbeliebtheit durchaus diskutabel; unzweifelhaft aber ist, dass auch er durch seine Gesangseinlagen für erhebliche Irritationen sorgt – und er singt ausgesprochen gern, und tut es ausgesprochen oft! Handelt es sich also auch um einen Barden? Von wegen – um ein veritables Monster geht es!

Willkommen in der urkomischen Welt von „Moin und das Monster“, von Anushka Ravishankar erzählt, mit begleitenden Illustrationen versehen von Anitha Balachandran, bei Baobab erschienen und ab 8 Jahren empfohlen:

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Wie, das soll ein Monster sein? So richtig monstermäßig furchteinflößend sieht es doch aber gar nicht aus, eher ein wenig, hm … bizarr? Tja, das findet auch das Monster selbst – und der Vorwurf geht an Moin, denn bei dem ist es, gänzlich ungerufen, zuerst aufgetaucht, allerdings noch nicht sichtbar, und das wiederum wurde es dadurch, dass Moin es nach des Monsters eigenen Anweisungen gezeichnet hat:

Moin beim Malen

– nur dass Moin eben kein sonderlich begabter Zeichner ist. Aber egal: Nun ist es da, und alldieweil Monsterregel Nummer 54 besagt: „Ein Monster bleibt für immer bei dem Menschen, der es gezeichnet hat“, sollte Moin sich besser so schnell wie möglich an seinen neuen Gefährten gewöhnen. Was einfacher wäre, wenn dieser nicht so begeistert Lieder trällern würde und damit sogar Geburtstagspartys zum Kippen bringen könnte:
Singendes Monster
Und singt es mal nicht, das Monster, dann liegt es gerne faul herum und verspachtelt bergeweise Bananen:

Monster mit Bananenschalen

– und manchmal, da träumt es gar von einer Karriere im Showbusiness!

Monstertra ume

Oh ja, diese fantastisch erzählte Geschichte (super aus dem Englischen übersetzt von Barbara Brennwald) ist in mancherlei Hinsicht und im besten Sinne exotisch. Das mag daran liegen, dass die Autorin aus Indien stammt, wo die Geschichte auch spielt, wodurch wir eine Menge über das Alltagsleben (nicht nur von Kindern) in Indien lernen;  vor allem aber liegt es daran, dass hier ein uneingeschränkt liebenswerter, kleiner, pink leuchtender Anarchist – trotz oder gerade wegen des Befolgens sämtlicher Monsterregeln – sein köstliches Unwesen treibt und der Leserschaft mit jeder (von der Leserschaft) begeistert verschlungenen Seite, mit jedem unangebrachten Verhalten, mit jeder weiteren Sangesattacke mehr und mehr ans Herz wächst!

Zusammen mit seinen Freunden Parvati und Tony versucht Moin auf 120 wunderbar unterhaltsamen Seiten, hinter das Geheimnis des Monsters zu kommen; und er gibt sich auch einige Mühe, es loszuwerden – beides aber bleibt zum Glück erfolglos!
… nun gut, ob Moin damit so glücklich ist? Das Monster jedenfalls ist es, und wir Leser freuen uns uneingeschränkt mit ihm – also, liebe Frau Ravishankar: Erzählen Sie uns doch bitte, bitte ganz bald noch viel mehr von diesem großartigen Gesellen und seinem irgendwie ja schon bedauernswerten Freund Moin!

Und Moin und Monster bekommt ihr wie üblich bei eurem Buchladen ums Eck oder direkt bei Baobab.

Monster mit Sternen

So, what do you think ?