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Lebenswandel

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Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn: das Buch, um das es heute gehen soll, ist vergriffen. Die gute Nachricht gleich hinterher: gebraucht ist es, etwa über die einschlägigen Portale im Netz, noch zu haben; auch bei wohlsortierten Bibliotheken sollte es zu entleihen sein. Und die Mühe lohnt sich allemal!

Jedoch kann es passieren, dass man bei der Suche nach ihm versehentlich bei einem der ganz, ganz großen Klassiker landet, nämlich bei dem römischen Dichter Ovid. Denn es trägt den gleichen Titel wie dessen Hauptwerk: „Metamorphosen“. Und so wie sein Namensbruder erzählt unser Buch von der Entstehung der Welt – wenn auch nicht entlang der römischen und griechischen Mythologie, sondern auf sachlicher, naturwissenschaftlicher Basis; und es geht auch nicht um die eine große Welt, sondern um viele kleine Welten:

Metamorphosen

Doch was heißt da naturwissenschaftliche Basis, was heißt da kleine Welten – was Frédéric Clément, der, man darf schon sagen: Erschaffer dieses bei Knesebeck erschienenen und ab 6 Jahren empfohlenen Buches, hier macht, das transzendiert das Wissenschaftliche ins fantastisch Schöne, wenn nicht gar ins Fantastische; und es lässt die kleinen Welten so großartig, so beeindruckend wirken, das man den Reichtum, die Reiche in ihnen erkennt.

Begleitet von einem allerliebst ersonnenen Miniatur-Reiseleiter namens Pisello Erbslein begeben wir uns also in die Welt der Verwandlungskünstler und begegnen Frosch und Schmetterling, Birne und Tulpe, Hirschkäfer und Ahorn und manchen mehr!

In wunderbaren Illustrationen werden uns dabei die einzelnen Schritte der jeweiligen Transformationen nahe gebracht, sodass wir begreifen, was da alles passiert an beinah Unglaublichem in der Natur um uns herum. Und besagter Piselo, der (mag er das bei Ovid gelernt haben?) die Stationen der Reise elegant zu verbinden weiß, der gerne auch mal über einen unerwarteten Abzweig vom einen zum nächsten kommt, aber immer allem eine Geschichte zu geben vermag – dieser Pisello erläutert die Fakten und schildert die Poesie der vielen kleinen, gewaltigen Wandlungen stets in einer Sprache (Übersetzung aus dem Französischen: Sarah Pasquay), die uns die Zuneigung, die Liebe zum Beschriebenen spüren und nachempfinden lässt.

Die Welt, das Leben als einen fortwährenden Prozess der Umgestaltung, des Wandels zu erkennen – nicht ohne Grund ist die Transformation ein fester Bestandteil mythischen Erzählens. Und daher darf man sich auch unserer vermeintlich so alltäglichen Natur noch einmal frisch und voller Neugier nähern: zu schauen, was das Leben in ihr an Sagenhaftem zu bieten hat! Dieses Buch ist ein exzellenter Begleiter auf dem wichtigen, lohnenden Weg.

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