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Es geht keine Träne auf Reisen …*

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Der König der Tiere! Gründe, warum er so genannt wird, gibt es genug. Zuallererst wäre da … ach so, das hatten wir letzte Woche schon? Hm. Na gut, aber diese Eigenschaft haben wir noch nicht erwähnt: Ein Löwe ist keine Heulsuse! Wegen irgendwas gleich rumzuflennen ist absolut nicht sein Ding. Oder, in seiner eigenen, herrschaftlichen Wortwahl: „Tränen sind was für Taschentücher oder Blumen, Zuckerstückchen, Scheibenwischer, Klopapier!“. Denn es ist nun mal so: „Löwenherzen weinen nicht!

Cover_Löwenherzen weinen nicht

Jedoch, jedoch: Wie uns Martin Baltscheit in dieser weiteren, bei Beltz & Gelberg erschienenen und ab 6 Jahren empfohlenen Großtat aus dem Leoversum berichten wird, könnten Tränen und Gefühle („Gefühle … auch so ein Hobby für Wachskerzen“, mault unsere Lieblingsgroßkatze) zuweilen wirklich wichtig sein, etwa, wenn es darum geht, sich die Zuneigung der bezaubernden Löwendame zu bewahren!

Die aber hat sich schon auf ein Floß begeben und segelt stromabwärts davon, verlachte sie der arge Löwe doch, da sie ob des traurigen Ende eines Buches geweint hatte!

Zurück bleibt ein nachdenklicher Leu. Nachdenklich, und ziemlich ratlos. Was nun?
Nun taucht das große, grüne und offensichtlich sehr hilfsbereite Krokodil auf. Was denn los sei? Aha! Gefühle, Weinen und so. Kein Problem, das will es ihm gern beibringen! Und was dann folgt, wird unter Garantie jedweder Leserin, jedwedem Leser egal welchen Alters Sturzbäche von Lachtränen aus den Augen treiben: So etwas hat man wohl noch nie beschrieben und illustriert bekommen!

Denn mit welchem Engagement sich das Krokodil jetzt ins Zeug legt, um dem in dieser Hinsicht anscheinend massiv begriffsstutzigen Löwen die hohe Kunst der intensiven Gefühle und des dazu passenden Weinens beizubringen! Doch der Mächtige mit der Mähne? Der kriegt es nicht hin!
Krokodilstränen? Na gut, er ist ja keines. Ein trauriges Märchen (vom großen, bösen Mädchen, welches das arme, kleine Krokodil zur Strecke bringt – eine schlichtweg fantastische Adaption vom fiesen Rotkäppchen und dem eh schon immer übel verleumdeten Wolf)? Darob heult zwar das Krokodil selbst, aber nicht der Löwe. Okay, nächster Versuch: kitzeln, bis der Arzt oder zumindest eine Träne kommt! Bloß: Es kommt keine. Dann eben Schmerzen! Es beißt ihn in den Po: da brüllt der Löwe – und weint nicht! Angst einjagen,vielleicht? Kein Erfolg. Na schön: einfach noch mehr Angst – und zwar, vermeintlich, Todesangst:

Löwenherzen weinen nicht

Doch nichts, gar nichts fruchtet – da es im Krokodilsmagen so schön still und warm ist, macht er tatsächlich einfach mal ein Nickerchen, dieser wahrhaft erstaunliche Löwe. Jetzt reicht es aber! Das entnervte Krokodil, es spuckt ihn aus, schimpft ihn „Firlefanz“, springt in den Fluss und taucht ab. Lektion beendet, Schüler ist als unbelehrbar zu betrachten!

Also war es das? Hat das Krokodil damit tatsächlich sein gesamtes edukatives Arsenal verschossen? Und was würde dann aus Löwe und Löwin?

Keine Sorge: es wird wieder was mit Löwe und Löwin. Aber auf welch poetische, herzerwärmend liebevolle Weise das gelingt, das dürft ihr natürlich selbst herausfinden – drum auf, auf zum Buchladen in eurer Nähe oder direkt hier zu Beltz!

[Für alle Abbildungen: © 2016 Beltz & Gelberg in der Verlagsgruppe Beltz ∙ Weinheim Basel]

*frei nach Adamo

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