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Die Qual der KiWa – Wahl, Episode 1

Da beschäftigt man sich seit vierzehn Jahren mit Babyartikeln. Kann fast jeden Kinderwagen blind falten. Kennt die Verkaufsargumente und die tausend Varianten, die der Markt so bietet.

Man kennt die Schwachstellen und Vorzüge der unterschiedlichen Modelle. Man kennt die Kompatibilitäten mit Autoschalen, die verschiedenen Ansprüche von Eltern und die passenden Modelle für die Gepflogenheiten verschiedener Elterntypen:

Ob nun eher der flexibel-urbane Typ oder der mondäne Alsterufer-Spaziergänger. Ob Jogger, Traditionalist oder Cross-Country-Spezialist.
Ob Kleinwagenfahrer oder Hausbesitzer, ob Riese oder eher nicht. Für jeden hat die Industrie verschiedene passende Modelle im Angebot.
So weit – so klar. Diesen Vorteil haben wir anderen Eltern gegenüber als Branchenkenner.
Doch wenn es dann um die Anschaffung eines eigenen Kinderwagens geht, kommt man dennoch ins Grübeln.
Möchten wir wirklich Marke XY fahren? Schließlich ist es ja irgendwie ein Statement, wenn wir als Berater und Produktentwickler uns für ein bestimmtes Modell entscheiden.

Vielleicht lassen wir uns aber auch viel zu sehr von subjektiven Dingen lenken. Ein wenig Objektivität sollte also mit ins Spiel gebracht werden.
Auf zum Fachhändler also.

Um es vorweg zu nehmen:
Unser blog ist non-profit. Die im Folgenden erwähnten Unternehmen haben also nicht dafür gezahlt, hier entsprechend dargestellt zu werden.
Was wir nur aus gegebenem Anlass gerne nutzen, ist die Gelegenheit, Babyfachhandel aus Kundensicht zu erfahren.

In drei Teilen gibt’s also einen sehr subjektiven Erfahrungsbericht zu unserem Kinderwagenkauf – mit ebenfalls sehr subjektiver Pro- und Contra – Tabelle am Ende von Teil 3.

Runde 1.
Überblick verschaffen. Am Samstag nachmittag in der Filiale eines Baby One Fachmarkts.
Ob der Zeitpunkt gut gewählt war?
Um einen Fachmarkt in „Stresstest-Situation“ zu betrachten allemal. Und für einen ersten Überblick über das Angebot auch. Denn obwohl der Laden sehr gut besucht war, war es in der großzügig gestalteten Filiale überraschend angenehm.
Nach einer Runde durch den Kinderwagen-Fuhrpark hatten wir unsere Anforderungsliste im Kopf zurechtgelegt:

Große Räder sollte der Wagen haben. Wir möchten gern auch mal über Feldwege fahren.
Da wir beide nicht klein sind, sollte der Schieber und die Beinfreiheit entsprechend großzügig sein. Ein großer Korb wäre ebenfalls von Vorteil.
Als Gestalter legen wir natürlich auch Wert auf eine gewisse Wertigkeit der Materialien und gestalterische Linie. Nicht, dass wir uns primär vom Erscheinungsbild leiten lassen… Das Aussehen kann durchaus ein K.O. – Kriterium sein.
Ach ja – und Faltbarkeit und Wendigkeit sind wichtig. Mit vier großen Geradeaus-Lauf – Rädern um Kurven wuchten geht für uns gar nicht.
Und so fallen all die „altdeutschen Komfortschaukeln“ schon mal weg. Die Kategorie „Buggy“ hatten wir ohnehin auf irgendwann vertagt.

Was bleibt, sind Marken wie Moon, Dubatti, Cybex, Bugaboo, Joolz und Stokke.

Unsere vorläufige Auswahl

Unsere vorläufige Auswahl

Es mag kein rationales Argument sein: Irgendwie tu ich mir schwer mit der Vorstellung, Bugaboo-Papa zu sein. Ist mir gedanklich einfach zu Eppendorf-Glockenbach-Prenzelberg. Und ehrlich gesagt ein wenig zu uniform.
Und das, obwohl aufgrund unserer Kriterien der Buffalo durchaus Benchmark ist.

Also fangen wir an, Schleifen zu drehen: Ws gibt es denn, was noch in unser Raster fällt?
Zunächst nehmen wir also den Dubatti One unter die Lupe. Ein recht neuer Kandidat am Markt. Der jedoch überzeugt uns nur bedingt. Der Schieber scheint doch recht wackelig, die Schwenkräder neigen dazu, sich beim rückwärts ziehen zu verkanten.
Und so haben wir nach ein mal falten und einer Runde über den Test-Track beschlossen, weiter zu schauen.
Nächster Kandidat: Cybex Priam. Optisch wirklich ein Highlight. Und preislich sind wir hier im Vergleich zum Dubatti schon ne gute Nummer höher angesiedelt. Dementsprechend erwarten wir dieses Plus auch an Qualität.
Faltung, Wendigkeit und Fahrkomfort lassen auch keine Wünsche offen. Doch verglichen zu unserem Benchmark kann die Stabilität des Gestelles leider nicht mithalten. Zudem erscheint uns der Wagen im urbanen Umfeld auch eine Nummer passender als auf Wald- und Strandspaziergängen.

Eine Verkäuferin, die bislang nebenan beraten hat, wird auf uns aufmerksam und bestätigt unsere Gedanken. Sie empfiehlt uns daher auch eher den Bugaboo Buffalo als die bereits getesteten Modelle.

Mir jedoch gefällt auch noch der Stokke Trailz. Da sind wir uns optisch jedoch noch nicht so einig, wie sich herausstellt. Die Meinungen reichen von „schlüssige Formen und reduziert“ bis „ganz schön wuchtig und viel Kunststoff“. Wir lassen das erst mal so stehen.

Für die erste Kinderwagenrunde fanden wir die Ausbeute an Erkenntnissen ganz gut. Und da wir ja noch ein bisschen Zeit haben, bis die Entscheidung gefällt werden muss, können wir auch gern weiter so mit dem Ausschlussprinzip verfahren.
Wir bedanken uns also für die abschließende Beratung, und freuen uns, dass auch bei Filialisten wie Baby One Fachberatung ernst genommen wird.

Wer sich ein Bild von den Wagen machen will – wie gesagt: Die Details kommen später noch in einer Tabelle – hier die Herstellerlinks:

Dubatti
Stokke
Moon
Bugaboo
Cybex
Joolz

So, what do you think ?