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Nah und fern gesellt sich gern

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Vor einigen Wochen berichteten wir euch an dieser Stelle von einem Fuchs, der zur Fliegerei kam – heute geht es um ein Buch, in dem ein Gänserich zum Fliegen kommt … Das allerdings sei nun nicht besonders spektakulär, meint ihr? Tja, falsch gemeint. Denn „George Laurent [nein, nicht der französische Flötist] war anders als die meisten Vögel“; und das nicht nur hinsichtlich seines doch wirklich großartigen Namens. Schauen wir also mal, was sich so alles zuträgt in „Irgendwohin“ von Gus Gordon (Text und Illustration), bei Knesebeck erschienen und ab 5 Jahren empfohlen:

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In Gänze lautet der Titel dieses Buches ja „Irgendwohin oder der Tag, an dem George das Fliegen lernte“ – woran wir sogleich erkennen, dass er es, bisher zumindest, einfach nicht draufhat, dieses Fliegen. Was er hingegen exzellent beherrscht, ist die Kunst des Backens:

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Dass er ein so talentierter Bäcker ist, beschert ihm einen großen, ebenfalls gefiederten Freundeskreis inklusive häufiger Besuche selbiger Freunde, denn bekanntlich halten kulinarische Köstlichkeiten Leib und Seele und Freundschaften zusammen. Und seine dinierenden Besucher sind voll des lukullischen Lobes – das Eclair sei so atemberaubend wie die Anden bei Sonnenaufgang; der Apfelstrudel sei so extraordinär wie Paris bei Nacht; der Kuchen wäre einfach unbeschreiblich lecker, so wie ja auch die Tundra von Alaska gesehen werden müsse und nicht beschrieben werden könne. Er solle doch mal mitkommen, in die Anden, nach Paris oder nach Alaska!

Doch George hat irgendwie immer was anderes zu tun … und darüber wird es Winter, und plötzlich ist keiner mehr da. Wirklich keiner? Nicht ganz – denn da gibt es ja noch (und wieder so ein wunderbarer Name!) Pascal Lombard [nein, nicht der französische Maler]:

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Und jener, selbst auf der Suche nach einem wärmeren Ort, stellt die nachvollziehbare Frage, wieso George eigentlich noch hier sei? George flunkert erst ein wenig herum, doch schließlich gibt er zu, dass er gar nicht fliegen kann. Und jetzt? Müssen die beiden nun im trüben Wintergrau hocken bleiben? Der Buchtitel deutet immerhin eine andere Entwicklung an! Wie aber wird George das Fliegen lernen? Und wohin wird die Reise gehen? Und was passiert mit Pascal, seines Zeichens ja nun nicht zu den Aves gehörend? Wird auch er sich in die Lüfte erheben, oder muss er unten bleiben und hinterherwinken? Und wird Georges Ofen fürderhin zur Untätigkeit verdammt sein?

Eine Menge Fragen, deren Beantwortung man sich mittels der Lektüre dieses unterhaltsamen, lustigen und herzlichen Buches unbedingt widmen sollte. Denn die so putzig erzählte (Übersetzung aus dem Englischen: Gundula Müller-Wallraf) und so witzig illustrierte Geschichte labt sich an der Lust des Reisens und Entdeckens, liebt zur gleichen Zeit auch ihr Home Sweet Home, und weiß zudem, wie wichtig Freundschaft ist – so darf es gerne irgendwohin gehen!

Das Buch selbst aber bekommt ihr, wie üblich, nicht im Irgendwo, sondern ganz konkret bei eurem Buchladen ums Eck oder direkt bei Knesebeck. Gute Reise dahin!

So, what do you think ?