little blog things

Special Forces

0

Evolution oder Kreationismus? Darwin oder Intelligent Design? Das Buch, um das es heute geht, hat eine derartige Diskussion zwar absolut nicht im Sinn; doch bei seiner Lektüre drängt sich diese Frage einfach auf. Nur ist nicht klar, für welche Seite sich das Werk unterstützend heranziehen ließe … Einerseits: Können derlei faszinierende Mechanismen denn wirklich ganz simpel nur durch Mutationen und natürliche Auslese entstanden sein? Andererseits: Wer, um Gottes Willen (sorry, dieses Späßle war nicht zu vermeiden), würde sich denn so etwas ausdenken, wer käme denn auf solcherlei Ideen?

Aber keine Sorge, wie bereits gesagt: Fundamentale Widersprüchlichkeiten dieser Sorte will „Erst pupsen, dann abtauchen“ gar nicht klären – das dürfte auch schon durch den amüsanten Titel klar geworden sein. Nein, vielmehr präsentiert uns dieses äußerst unterhaltsame Buch von Annette Maas, bei arsEdition erschienen und ab 8 Jahren empfohlen, eine Paradeauswahl jener Vertreter der Tierwelt, die besonders eigentümliche und, im wahrsten Sinne des Wortes, merkwürdige Eigenschaften und Fähigkeiten vorweisen können:

9783845816685

Da wäre etwa das Axolotl, das zwar mittels Roadkill eine gewisse Berühmtheit erlangt haben mag – aber wer wusste denn, dass es Gliedmaßen verlieren oder Verletzungen an inneren Organen erleiden kann und sich trotzdem nicht grämen muss, denn es wächst ihm ja alles wieder voll funktionsfähig nach? Der Hammer, so was!

Oder dass der Pistolenkrebs (nomen est omen!) eine Jagdtechnik entwickelt hat, bei der er mit einer seiner Scheren einen Knall samt Lichtblitz produziert, der eine Lautstärke von 150 Dezibel erreicht? Zum Vergleich: Ein Düsenjet kommt bloß auf schlappe 120 Dezibel – echt irre!

Oder dass das Aye-Aye (genau, so wie in „Aye aye, sir“) einen bis zu 8,5 cm langen, der Jagd dienenden Mittelfinger besitzt, dessen Temperatur es um 6 Grad erhöhen kann, während die anderen Finger kalt bleiben? Erinnert doch irgendwie an E.T., oder? Voll krass jedenfalls!

Und so geht es munter weiter. Insgesamt 38 besonders Begabte werden uns hier vorgestellt, und man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Natürlich werden zu jeder Art auch noch weitere, ergänzende interessante und (nicht nur) wissenschaftlich relevante Fakten sowie tolle Fotos geliefert; indessen sorgt der grafisch aufgelockerte Seitenaufbau dafür, dass es nie anstrengend oder zu trocken wird – außer vielleicht beim Mauretanischen Wüstenkrokodil. Obwohl, auch das weiß sich da zu helfen …

Jedenfalls: Woher sie nun auch alle kommen mögen, aus der Naturwissenschaft oder aus dem Glauben – faszinierende, wunderbare Lebewesen sind sie allesamt! Dieses erstklassige Buch ist daher ein prima Ansporn, noch viel, viel stärker als bisher auf den Erhalt der fantastischen Vielfalt auf unserer Erde zu achten.

Und diese spannende Entdeckungsreise zu den tierischen Superhelden könnt ihr wie üblich beim Buchladen eures Vertrauens oder direkt bei arsEdition beginnen.

So, what do you think ?