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Always On? Mach ne Digital-Diät!

Nein. Es ist nicht per se schlecht, dass wir vernetzt sind. Und dass wir mit unserem Smartphone immer ein Gerät bei uns haben, das sowohl Entertainment bietet, als auch Organisations- und Kommunikationsmittel ist.
Es ist aber durchaus verführerisch.

Sobald man allein in der Bahn ist, sobald man im Restaurant mal kurz wartet – auf die Begleitung oder den Kellner, sobald man an der Kasse ansteht: Der Griff zum Handy ist eines der ersten Dinge, was vielen in den Sinn kommt.
Den eigenen Gedanken nachhängen, Leute beobachten, die Umgebung wahrnehmen – das ist in der Rangfolge schon ein Stück hinter dem Smartphone.
Doch Langeweilephasen sind genau die Momente, in denen unser Gehirn verschaltet, was es aufnimmt. In denen es kreativ neu kombiniert.
Und so toll und hilfreich und auch kurzweilig die Omnipräsenz des Smartphones ist – so sehr müssen wir auch lernen, damit umzugehen.

Das gilt nicht nur für uns Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche.

Eine Umfrage unter 17-25-jährigen hat ergeben, dass der Blick im Schnitt alle sieben Minuten auf das Gerät fällt. In Summe sind das dann 3 Stunden pro Tag.
Alle sieben Minuten werden also Gedankengänge unterbrochen, Kommunikationen gestört, Tätigkeiten pausiert. Um zu checken, ob sich etwas tut in unserem Umfeld, ob jemand schreibt oder eine Nachricht absetzt.

Sie glauben das nicht? Machen Sie den Selbsttest.

Ein Team der Uni Bonn hat die App „Menthal“ entwickelt. Die wertet aus, wie wir uns am Smartphone verhalten. Wann wir welche App benutzen und wie oft.
Die Erkenntnis könnte schon ein gewaltiger Schritt zur besseren Selbstwahrnehmung sein.

„Nicht noch ne App“? – Okay. Zweiter Vorschlag:

Die Real-Life-Challenge von handysektor.de
Testen Sie Ihr Handyverhalten mit Freudnen und Verwandten in Spielform. Eine Challenge dauert 24 Stunden. Jeder Spieler gibt einem Mitspieler eine Challenge. Nach Ablauf der Zeit wird ausgewertet. Bekommt der Spieler oder der Herausforderer Punkte für Aufgaben wie
„Verwende Dein Smartphone nur zwischen 14 und 20 Uhr“,
„Verwende statt Emojis selbstgemachte Selfies mit dem passenden Gesichtsausdruck (mindestens 5 Stück)“ oder
„Wenn Du mit Freudnen und anderen Personen zusammen bist, darfst Du Dein Smartphone nicht verwenden!“

Diese Art der Digitaldiät ist herausfordernder als angenommen.
Gerade, wenn man durch das Smartphone mit der Peer-Group kommuniziert und das Gerät bereits zum sozialen Kitt mutiert ist.

Ein wichtiger Schritt, Kindern und Jugendlichen einen vernünftigen Umgang mit Medienkonsum und digitaler Kommunikation zu vermitteln, ist die Selbstwahrnehmung:
Verhalte ich mich vielleicht ähnlich? Habe ich die gleichen – oder ähnliche Schwierigkeiten, meinen Konsum einzuschränken?

Eine faire Methode ist hier der Mediennutzungsvertrag.

Hier werden – dem Alter und Bedarf entsprechend – gemeinsame Regeln aufgestellt und vertraglich festgeschrieben. Natürlich jederzeit veränderbar und an geänderte Bedürfnisse anpassbar.
Das Schöne daran: Ein niedergeschriebener Vertrag ist für beide Seiten bindend. Und auch Erwachsene können sich nicht herausreden.

So gibt’s weit weniger Diskussion und Stresspotential in der Familie.
Testen lohnt sich.

Hier geht’s zu Menthal
Hier geht’s zum Mediennutzungsvertrag
Hier geht’s zur Real Life Challenge

So, what do you think ?