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per opera ad astra

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Beginnen wir mit einem Geständnis: Der Verfasser dieser Zeilen gibt zu, dass er, obwohl ansonsten ein begeisterter Hörer unterschiedlichster Musikrichtungen, die Oper bisher recht stiefkindlich behandelt hat. Was eine Schande ist und künftig anders gehandhabt werden wird!

Und diesen Gesinnungswandel rief nun „Die Zauberflöte“ eines gewissen Wolfgang Amadeus Mozart hervor – die jedoch nicht in Form einer Aufführung an einem Opernhaus genossen wurde, sondern die Ohren des Rezensenten via einer wunderbaren, von Bert Alexander Petzold herausgegeben CD aus dem Amor-Verlag erreichte, erschienen in Kooperation mit der Wochenzeitung DIE ZEIT in der 12-teiligen und ab 4 Jahren empfohlenen „Große Oper für kleine Hörer“-Reihe:

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Große Oper – das trifft auf die Zauberflöte mit Sicherheit zu. Kleine Hörer – das sind Kinder ab 4 Jahren auf jeden Fall noch. Und kann das nun wirklich zusammengehen? Es kann, und zwar ganz formidabel! Der Ansatz dabei war, die Oper zu einem musikalischen Hörspiel umzuformen und den Handlungsverlauf kind- bzw. altersgerecht zu adaptieren, worauf auch schon das süße, von Ole Könnecke gestaltete Cover hinweist. Freilich, mit einer Laufzeit von 67 Minuten sind die kleinen Hörer hier durchaus gefordert – man darf aber getrost davon ausgehen, dass die allermeisten von ihnen gebannt der CD lauschen werden, so fein sind die beiden Aspekte Hörspiel (geschrieben von Jana Lini und Bert Alexander Petzold) und Ausschnitte der Original-Musik (entnommen einer Aufnahme des Hungarian Festival Chorus zusammen mit dem Failoni Chamber Orchestra, 1993 von Michael Halász in Budapest dirigiert) zusammengefügt und ineinander verwoben; so schlüssig und passend wechseln sie sich ab, um die Geschichte gleichermaßen gesprochen und musiziert zu erzählen, sie ohne einen einzigen Moment von Länge voranzubringen – und so großartig machen vor allem auch die neun Sprecher ihre Sache, wenn sie etwa Papageno, Tamino, die Königin der Nacht oder Sarastro mit ihren Stimmen zu spannendem, lustigem, emotionalem, ach: einfach sehr präsentem Leben diesseits des Gesanges erwecken!

Im Booklet der CD finden sich zwei Vorworte, eins von Bert Alexander Petzold vom Amor Verlag und eins von Christine Lemke-Matwey von der ZEIT, und beiden ist der ehrliche und dringende Wunsch anzumerken, mit dieser Edition junge Menschen für die ganz besondere Kunstform Oper zu begeistern – was, siehe oben, auch bei durchaus schon etwas älteren Leuten prima funktioniert.

Insofern kann also für die uns vorliegende Zauberflöte eine hundertprozentige und für die weiteren CDs mit Opern von u.a. Verdi, Puccini und Beethoven eine allerhöchstwahrscheinliche Kaufempfehlung ausgesprochen werden – mögen Jung und Alt sich vor den Lautsprechern versammeln, um hernach alsbald auch den Weg in die Opernhäuser zu den Sternstunden der Musik zu finden!

Übrigens, es gibt diese Reihe auch in einer Komplett-Box, welche dann zusätzlich noch das Hörspiel „Liesel und Franz – auf den Spuren von Sopran und Bass“ von Luca Zamperoni enthält! Die einzelnen CDs und die Box erhaltet ihr im Fachhandel oder direkt beim Amor Verlag.

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