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Fest gemauert in den Köpfen …*

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Manche Bücher lassen sich am besten durch folgende zwei Aussagen kategorisieren: Wie gut, dass es solche Bücher gibt. Und: Wie bedauerlich, dass es solche Bücher (noch) geben muss.

Die Rede ist von „Die kleine Maus und die große Mauer“ von Britta Teckentrup, bei arsEdition erschienen und ab 4 Jahren empfohlen:

Cover

Im Grunde handelt es sich um eine einfache Geschichte in Form einer Fabel. Eine Gemeinschaft von Tieren lebt hinter bzw. innerhalb einer großen Mauer. Diese Mauer „hat es immer schon gegeben“, so heißt es zu Anfang der Geschichte. „Sie erstreckte sich, so weit das Auge reichte.“ Warum es sie gibt, wird nicht weiter hinterfragt – die kleine Maus allerdings möchte wissen: „Was wohl hinter der großen Mauer ist?“
Die Antworten auf diese Frage sind wenig hilfreich. Dort sei „nur ein großes, schwarzes Nichts!“, meint der mutlose Löwe. „Auf der anderen Seite lauert große Gefahr!“, behauptet die ängstliche Katze. Der alte Bär weiß gar nichts zu diesem Thema, es ist ihm auch egal; und der lachende Fuchs ist der Ansicht, die kleine Maus solle nicht so viele Fragen stellen und die Dinge einfach nehmen, wie sie sind, dann wäre sie glücklich wie er.

Jetzt aber taucht ein blauer Vogel auf. Wo er her sei, fragt die Maus – „Aus der Welt hinter der Mauer!“, antwortet der Vogel. Das jedoch ist eine Gelegenheit, die sich die kleine Maus nicht entgehen lassen will: „Kannst du mich in deine Welt mitnehmen, Vogel?“, fragt sie – und ja, er kann!

Wir ahnen an dieser Stelle schon, dass die kleine Maus nun kein postapokalyptisches Szenario zu sehen bekommen wird. Jenseits der Mauern drohen keineswegs große Gefahren, und man fällt auch nicht ins Nichts. Stattdessen wartet dort eine bunte, vielfältige, wunderschöne Welt auf die, die den Mut haben, sie zu entdecken …

Wie gesagt: Zum Glück gibt es Bücher wie dieses, welches es sich zur – bravourös umgesetzten! – Aufgabe gemacht hat, bereits und gerade kleinen Menschen die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen. Und wie schade ist es doch, dass in so vielen (erwachsenen) Köpfen eben diese Angst vorherrscht und dafür sorgt, dass noch so viele Mauern stehen – so viele echte Mauern, vor allem aber so viele Mauern im Denken.

Die kleine Maus aus der Geschichte nun, sie wird zurückkehren, um zu versuchen, ihren Freunden die Angst zu nehmen. Weil dies ein Buch voller Hoffnung ist, wird ihr das auch gelingen – und wir außerhalb dieses großartigen Buches sollten ebenfalls alles daransetzen, dass eine Geschichte wie die vorliegende sich in unserer Welt tausendfach wiederholt!

Wie üblich erhaltet ihr dieses feine, wertvolle, mit ganz eigenen, besonderen Illustrationen versehene Buch bei eurem Buchladen ums Eck oder direkt bei arsEdition; dort könnt ihr dann auch einen Blick auf die ersten Seiten der Geschichte werfen.

*frei nach „Die Glocke“ von Friedrich Schiller

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