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Gut geschätzt!

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Im Jahre 1962 erschien ein ziemlich schmissiger Song von Bo Diddley, in dem er singt: „You can‘t judge a book by looking at the cover“. Na schön – aber wie steht‘s mit dem Titel? Was ist, wenn ein Buch sich damit recht weit aus dem Fenster lehnt? Dann fragt man sich freilich, ob es diese selbstgelegte Messlatte schaffen oder reißen wird …

Also schauen wir sie uns doch mal genauer an, „Die größten Schätze aller Zeiten“ von Raphael Honigstein (Text) und Caroline Attia (Illustration), bei Kleine Gestalten erschienen und ab 8 Jahren empfohlen:

Cover

Der Untertitel „Wie man Schätze versteckt, verliert und wieder findet“ deutet bereits an, dass dieses Buch kein dröger Museumsrundgang werden wird – und tatsächlich: so unterhaltsam, spannend, abwechslungsreich und informativ, wie es auf den folgenden großformatigen (20,5 x 26 cm) 96 Seiten zugehen wird, muss man sich richtig Mühe geben, nichts zu verpassen!

Aber begeben wir uns denn nun wirklich auf die Suche nach besagten größten Schätzen? Dazu nur mal eine kleine Auswahl von sechs Namen aus dem Buch: Eldorado, Bernsteinzimmer, Tutanchamun! Und, weil ja nicht alles, was von großer oder größter Wertigkeit ist, immer auch einen weltweit bekannten Namen tragen muss: das Piratenschiff Whydah, das Gold von Baktrien, der Padmanabhaswamy-Tempel!

Alles beginnt mit einer genial als Inhaltsverzeichnis fungierenden Karte, welche die Schätze zugleich geographisch einordnet (soweit das möglich ist):

Karte

Und dann folgen je zwei Doppelseiten, auf welchen der Schätze bewegte Geschichten ausführlich geschildert und anschaulich illustriert werden – so geht es etwa, neben den bereits genannten Kostbarkeiten, auch um die Beute der Gebrüder Sass:

Brüder Sass

um die Menora:

Menora

um die Terrakottaarmee:

Terrakotta

oder um den Jules-Rimet-Pokal:

Fußballpokal

Das Tollste an der ganzen Sache aber ist nun, dass man mit jedem Text, zu jedem Schatz nicht nur seine zumeist sehr bewegte und spannende Story, sondern zudem noch eine enorme Fülle an zeitgeschichtlich relevantem politischen und kulturellen Wissen geliefert bekommt; und dies nicht nach stupider Lehrbuchart, sondern mit ausgeprägtem erzählerischen Talent und sehr viel Witz formuliert (Übersetzung aus dem Englischen: Sören Maahs). Man darf also höchst erfreut konstatieren: den im Buch vorgestellten Schätzen (seien sie nun die größten oder auch mal nur solche mit einer tollen Vita) gesellt sich noch ein weiterer bei, nämlich das Buch selbst!

Deshalb empfehlen wir euch, dieses Buch tatsächlich nicht nur nach Cover und Titel zu beurteilen, sondern es obendrein genauestens auf seine inneren Werte zu prüfen – ihr werdet garantiert fündig!
Und ihr bekommt es, wie üblich, bei eurem Buchladen ums Eck oder direkt bei Kleine Gestalten.

So, what do you think ?