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Geschichten machen Geschichte

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Und zack! ist Ostern auch schon wieder rum – zumindest sind die offiziellen Feiertage vorbei. Für viele werden sie in ihrer Eigenschaft als arbeitsfreie, als Urlaubstage also, bereits der relevante Faktor gewesen sein. Dabei basiert die ganze Angelegenheit ja auf einem wesentlich umfassenderen gedanklichen Grundgerüst, auf einer enormen Metaerzählung, einem vollständigen Weltbild.
Und sich hin und wieder ein wenig damit zu beschäftigen schadet ganz sicher nicht.

Eine hervorragende Gelegenheit dafür bietet „Die Bibel“ – zunächst natürlich ganz allgemein, hier speziell aber in der wunderbaren, durch Barbara Bartos-Höppner (Text) und Britta Teckentrup (Illustration) bearbeiteten Ausgabe als Kinderbibel, bei arsEdition erschienen und ab 5 Jahren empfohlen:

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Kinderbibeln haben eine Historie, die bis ins 16. Jahrhundert, vielleicht sogar noch weiter zurückreicht. So unterschiedlich sie aber seitdem in ihren jeweiligen Ausprägungen auch veröffentlicht worden sein mögen, der Grundgedanke blieb und bleibt immer gleich: das, was im Original für Kinder zu umfassend, zu komplex ist, so darzubieten, dass es von der jungen Zielgruppe bewältigt, verstanden werden kann.

Und das ist Bartos-Höppner und Teckentrup bravourös gelungen! Auf 160, im großformatigen Hardcover (26,8cmx22cm) gebundenen Seiten werden Altes und Neues Testament in 34 bzw. 40 je doppelseitige Kapitel zusammengefasst, in denen (man verzeihe diese profane Formulierung) die Highlights der biblischen Vorgänge so verdichtet erzählt werden, dass eine fast durchgängige Handlung entsteht (die ja dann bekanntermaßen auch – unsere – Geschichte machte).

Jedem Kapitel ist zudem eine Illustration beigegeben, die den Kern des Erzählten aufgreift und somit obendrein visuell erlebbar macht, etwa, wenn es um den paradiesischen Apfelbaum geht:

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– oder wenn es sich um den schwankenden Start ins Leben handelt, der Moses widerfuhr:

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Was das nun wirklich ausgesprochen Gelungene an dieser Bibelbearbeitung ist: in Bild und Sprache einen Stil zu etablieren, der kindgerecht ist, sich zugleich aber auch eine gewissermaßen ekklesiastische Note bewahrt, die dem Sujet natürlich bestens steht. So bietet sich hier also für kleine Erstleser, für große Vorleser und für all jene, die vorgelesen bekommen, eine sehr schöne Gelegenheit, nicht nur das Osterthema, sondern auch das ganze Drumherum, Davor und Danach um seinen kulturell-theologischen Hintergrund zu erweitern; wenigstens aber einen ersten Kontakt herzustellen mit diesem konstitutiven Element unserer abendländischen Entwicklung. Es lohnt sich allemal!

Und wie üblich findet ihr diese uneingeschränkt empfehlenswerte Variante des Buches der Bücher beim Buchhändler eures Vertrauens oder direkt bei arsEdition.

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