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Wenn Stifte stiften gehen

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Wer als Stift eine Lehre beginnt, dem mag sich die Arbeitswelt zunächst recht sauber aufgeteilt in zwei Gruppen präsentieren, nämlich in Blue Collar und White Collar, also jene an den Maschinen und jene in der Teppichetage. Doch diese recht simple Dichotomie ist freilich nicht die ganze Wahrheit, denn tatsächlich geht es viel, viel bunter zu: Neben Blau und Weiß gibt es ja noch Gelb und Orange, oder Rot, Lila und Pink, oder auch Grün und Grau …

Gemeinsam aber ist all diesen Farben, dass ihr Chef Duncan heißt. Und noch etwas haben sie gemeinsam: die Unzufriedenheit mit ihrer Arbeitssituation. Und drum beginnt ein Streik – und zwar „Der Streik der Farben“. Der Farben? Ja klar:

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Denn warum sollten immer nur die Arbeiter und nicht auch mal die Arbeitsmittel revoltieren? Und von so einem nicht unbedingt erwarteten Aufstand erzählt uns nun Drew Daywalt auf eine echt originelle Weise, nämlich quasi in Form eines Briefromans, und Oliver Jeffers hat das kongenial wie von Kinderhand (und selbstverständlich mit Buntstiften!) illustriert, und je nach Brief einen Sprachduktus von ernsthaft-sachlich über pampig-rotzig bis hin zu dezent hysterisch wählend hat es Anna Schaub hoch unterhaltsam ins Deutsche übersetzt, und all die feinen Formulierungen hat dann schließlich Kris Di Giacomo wunderschön krakelig kalligraphiert. Und erschienen ist dieses super Buch bei NordSüd, und empfohlen wird es ab 4 Jahren. So. Puh!

Aber wie haben wir uns das denn nun konkret vorzustellen? So wie im richtigen (Arbeits-)Leben: Die einen fühlen sich gänzlich überfordert, die anderen kommen sich nutzlos vor, die einen wollen endlich mal Pause machen, die anderen langweilen sich zu Tode, die einen finden, ihre Fähigkeiten würden zu wenig gewürdigt, anderen verlangt es nach mehr Präzision am Arbeitsplatz, dann streiten sich auch noch welche um ihre Kompetenzen, und unter dem daraus entstehenden miesen Arbeitsklima leiden dann wiederum manche, die ansonsten ja ganz zufrieden wären – wie beispielsweise Grün:

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Tja. Und so hat Duncan jetzt einen Stapel Briefe nebst jeweiliger Arbeitsproben vor sich, und damit auch einen Stapel Beschwerden, und was soll er jetzt machen? Nun, Duncan ist ein guter Arbeitgeber, der möchte, „dass seine Farbstifte glücklich sind. Da hat er eine Idee“ …

Welche das ist? Ha, von wegen! Flugs auf zum Buchladen eures Vertrauens oder gleich hier zu NordSüd, und selber rausfinden – es lohnt sich unbedingt!

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[Für alle Abbildungen: ©2016 NordSüd Verlag AG, Zürich/Schweiz]

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