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Viva Veloziped!

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Trotz aller Absichtserklärungen: es kommt einfach nicht in die Pötte, das E-Auto. Doch das Thema E-Mobilität beschränkt sich ja nicht auf der Deutschen liebsten Technikfetisch – und so setzt ein Fahrzeug zum lautlosen Überholvorgang an, das dies aus Gründen eines etwaigen bisherigen Schadstoffausstoßes noch nicht einmal tun müsste: „Das Fahrrad“ ist inzwischen auf einem elektrifizierten Vormarsch, dem die Automobilindustrie nur erstaunt hinterherschauen kann! Anlass genug, sich diesem treuen Unterstützer menschlicher Bewegungswünsche einmal genauer zu widmen – und das tun nun Haseop Jeong (Text) und Seungyeon Cho (Illustration) in ihrem bei Gerstenberg erschienenen und ab 10 Jahren empfohlenen Buch:

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Erstmalig erschien es 2013 in Korea. Für die deutsche Ausgabe wurde es natürlich übersetzt (von Mina Arnoldi); zudem erhielt es aber auch noch einige textliche Ergänzungen von Mario Bäumer, seines Zeichens ehedem Kurator einer Ausstellung über das Fahrrad, der das ganze Buch zudem noch in Zusammenarbeit mit René Filippek vom ADFC-Bundesverband fachlich durchsah. Und allesamt haben sie wunderbare Arbeit geleistet!

Sie beginnt mit einem Kapitel, welches das Fahrrad zunächst in seine Einzelteile zerlegt und diese erläutert; dann folgt, ausführlich dargelegt und immer auch die vielen Bezüge zum jeweiligen Zeitgeschehen im Blick habend, seine mitunter recht holprig verlaufene Entstehungsgeschichte vom Beginn als „Laufmaschine“ (der Draisine)

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über die Erfindung des Pedals und des Hochrades

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bis hin zu den aus High-Tech-Materialien bestehenden Wunderwerken der Gegenwart. Jede Menge launige Illustrationen

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sorgen dabei für erweiterten Lesespaß, sodass die zuweilen fast schon wimmelbildartigen 48 Seiten des großen Querformates (29 x 23 cm) bestens genutzt sind. Viel Raum nimmt auch die Frage ein, was das Fahrrad in der Gegenwart leisten kann – und zwar nicht nur als erster fahrbarer Untersatz für den Nachwuchs:

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– sondern ebenso als eine großartige Möglichkeit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Radfahren macht zuallererst einmal Spaß, zudem fördert körperliche Betätigung die Gesundheit, darüber hinaus ist die Fortbewegung ohne Schadstoffausstoß eine der besten Optionen, die Lebensqualität insbesondere in unseren von Luftverschmutzung geplagten Städten zu verbessern (vom entscheidend geringeren Platzbedarf als beim Auto gar nicht zu sprechen!), und mit dem E-Bike schließlich lässt sich der Einsatzradius des Fahrrads sowohl für Freizeitfahrer als auch für ambitionierte Sportler nochmals deutlich erweitern!

Damit ist dieses sehr empfehlenswerte Werk also Sachbuch, Diskussionsbeitrag, Motivationshilfe und, das nicht zuletzt!, Würdigung einer so simplen wie genialen Erfindung. Deshalb: Tour de France gucken kann jeder – aber selber radeln ist noch viel besser!

Eigentlich sollten ja auch alle Fahrradläden der Republik dieses Buch parat haben – mit Sicherheit fündig werdet ihr aber wie üblich beim Buchhändler eures Vertrauens oder direkt bei Gerstenberg.

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