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Le meilleur ami que puisse avoir le herisson*

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Es gibt bekanntlich eine große Vielfalt an Themen, mit denen Kinderbücher sich befassen. Wichtige, lustige, spannende, schöne, manchmal auch traurige Themen – es ist alles dabei. Eines dieser Themen, so wichtig wie schön, und je nach Umsetzung auch lustig oder spannend, ist die Freundschaft.
Im Dienste einer Geschichte rund um dieses Thema kam es nun schon zu den erstaunlichsten Paarungen; einige davon haben wir euch im Laufe der Zeit in diesem Blog bereits vorgestellt.

Aber Freundschaften kann es gar nicht genug geben, und eine Kombination wie die folgende fand sich nun wirklich noch nicht, und so unglaublich süß, wie sie in Wort und Bild erzählt wird … Also: Es geht um „Buddy und Carl“ von Maureen Fergus (Text) und Carey Sookoocheff (Illustration), bei Knesebeck erschienen und ab 4 Jahren empfohlen:

Cover

Dass Buddy ein Hund ist, dürfte ziemlich klar sein. Aber wen oder was wedelt er da auf dem Cover an? Man bzw. Mensch mag zwar schon ahnen, dass das ein Igel sein könnte; Buddy hingegen ist sich nicht so ganz sicher, was Meredith, die Tochter des Hauses, da soeben ins Wohnzimmer gestellt haben könnte – eine Schachtel mit einem komischen Ding drin. Und auch wenn er den klaren Auftrag bekommen hat, auf seinem Platz sitzen zu bleiben … hat er diesen Auftrag kurz darauf schon wieder vergessen und inspiziert nun Schachtel und Inhalt:

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Dann heißt es: „Auf einmal fing das Ding an zu schnurpseln und zu knurpseln und gab komische Fauchgeräusche von sich“ (die wunderbare Übersetzung aus dem Englischen: Martina Tichy) – und das erfreut Buddy sehr, denn offensichtlich lebt es, das Ding, und ihm war ohnehin gerade etwas langweilig, und einsam fühlte er sich auch ein bisschen.

So. Nun ist aber der Igel Carl (denn freilich ist es einer; im Original heißt er übrigens, weniger putzig, dafür adliger, Earl) überaus humorig aufgelegt. Auf Buddys Frage, was er sei, bietet er „ein Rennwagen“, „eine Giraffe“ oder auch „eine sprechende Haarbürste“ an. Und im Gegenzug möchte er nun erraten, was Buddy sei – vielleicht „ein Wolkenkratzer“? „Ein Nashorn“? Oder „eine Maus“?

Doch schließlich klärt dieser mit überbordender Fantasie gesegnete Igel endlich die Lage: sie seien beide Piraten! Was auch sonst. Und damit geht es nun erst so richtig los, denn auf einmal ist die Couch das Piratenschiff, und Haie bedrohen die Schachtel mit Carl drin, also hilft Buddy ihm heraus, aber jetzt kommt ein Sturm auf, die Wellen türmen sich, und die Couch – ach nein: das Schiff läuft auf ein Riff, doch zum Glück wird der Couchtisch zum Rettungsboot …

… und in diesem Moment kommt Mama herein und sieht die Bescherung, besser: das Chaos. Natürlich folgt nun eine Standpauke für Buddy – es folgt aber auch der vehemente Einsatz Carls für seinen „ersten Maat“! Dass Mama das nicht hört? Menschen halt, ein bisschen doof eben.

Buddy aber hat Carls Verteidigungsrede durchaus vernommen. Und so sagt er schließlich zu Carl: „Ich glaube, ich weiß, was du bist […] Du bist ein Freund.“ Und Carl sagt: „Da hast du wohl recht.“ Ist das jetzt nicht herzerwärmend? Ist das nicht großartig? Und ist es nicht das, worum es überall auf der Welt eigentlich gehen sollte? Vielleicht sollten nicht nur kleine Kinder, sondern auch eine ganze Menge sogenannter erwachsener Leute dieses Buch lesen – und zu verstehen versuchen. Und umzusetzen versuchen. Es würde der Welt guttun.

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Was übrigens abschließend noch erwähnt werden darf: Autorin und Illustratorin haben jeweils einen Hund in ihrer Familie – daran dürfte es dann vermutlich auch liegen, dass Buddy in seinen Haltungen und seinem Verhalten so ziemlich der authentischste Kinderbuchhund ist, der uns bisher unterkam. Ach ja: und bei Maureen Fergus daheim residiert zudem noch ein Igel …
So. Und diese wunderschöne Geschichte bekommt ihr wie üblich bei eurem Buchladen ums Eck oder direkt bei Knesebeck.

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*frei nach Voltaire, „Dictionnaire philosophique“: Der beste Freund, den der Igel haben kann

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